Die Grenzen der Anderen

Kennst Du das? Du tust etwas und andere Menschen geben Dir – gefragt oder ungefragt – ihren Rat. Du sagst etwas und andere Menschen wollen Dich überzeugen, dass Du nicht Recht hast. Du denkst etwas und Du überlegst gleichzeitig, was ‚der‘ oder ‚die‘ dazu denken würde. Was ist in allen diesen Situationen das Gemeinsame? Die Grenzen der Anderen bestimmen Dein Leben.

Warum ist das so?

Sehr viele Menschen, ich sage die allermeisten Menschen, können nicht zwischen Rücksicht und Selbstschutz zu unterscheiden. Die Grundlage hierfür wird in der Kindheit gelegt. Der Mensch hat in seinen ersten zwei Lebensjahren kein Wort häufiger als ‚Nein‘. Hierdurch wird das Unterbewusstsein der meisten Menschen dauerhaft geprägt. Sie lernen, dass die Meinung anderer wichtiger ist als das, was sie selbst denken.

Das endet nicht nach den ersten zwei Jahren des Lebens. Das ganze Leben geht dies so weiter. Schule, Lehre, Studium, Beruf – immer adaptiert der Mensch das, was andere ihm als gut, richtig und besser vermitteln. Der Mensch wird programmiert mehr auf andere als auf sich zu hören. Das hinterlässt Spuren.

Manipulatoren und manipulative Programme nutzen diese Prägung dazu, dieses erlerntes Verhalten der Menschen als Rücksicht zu erklären, was völlig falsch ist. Hierdurch wird dieses antrainierte und erlernte Verhalten gesellschaftlich positiv besetzt und sozial aufgewertet. ‚Rücksicht‘ wird das sozial anerkannte Grundverhalten, das, neben seinen positiven Aspekten, viele negative Begleiterscheinungen erst ermöglicht.

Auf die Glaubenssätze, Lehren und Meinungen Anderer zu hören hat rein gar nichts mit Rücksicht zu tun.

Rücksicht im positiven Sinn ist das genaue Gegenteil.

Rücksicht erfordert, die Grenzen anderer so zu akzeptieren, wie sie sind. Rücksicht bedeutet, eigene Glaubenssätze und Meinungen Anderen nicht aufzwingen zu wollen. Und Rücksicht bedeutet ganz besonders, den Wortstamm des Wortes anzunehmen: zurücksehen, innehalten und lieber einmal zu viel den Mund halten. Wer mehr und lieber zuhört als sich mitteilt und dabei sich seine Sicht auf seine Grenzen erhält, hat gute Chancen als rücksichtsvoll wahrgenommen zu werden.

Grenzenlos Leben ist nur dann möglich, wenn man die Grenzen der Anderen für sein eigenes Leben nicht gelten lässt. Kein anderer Mensch weiss, warum Du in welchen Grenzen auch immer lebst, warum diese Grenzen für Dich relevant sind und wie Du – und das ist das wichtigste – diese Grenzen überschreiten kannst.

Gedanken, Wege und Meinungen anderer Menschen können Dir durchaus helfen, Deine eigenen Grenzen zu finden, zu erfahren, zu entfernen und loszulassen. Den Maßstab, ob diese anderen Sichten für Dich relevant sind, setzt aber nur Du. Du entscheidest für alle Bereiche deines Lebens, welcher externe Rat Dir hilft, besser grenzenlos leben zu können. Du wählst die Modelle aus, die Deinem ganz persönlichen Modeling of Excellence zu Grunde liegen.

Die Grenzen der Anderen können für Dich vieles sein: wichtig, unwichtig, relevant, irrelevant, hilfreich, überflüssig und vieles mehr. Nur Du entscheidest, was Dein Leben beeinflusst.

Grenzenloses Leben ist nur aus Dir heraus möglich. Niemand anders kann es für Dich tun und Dir sagen wie es geht. Du hast dieses eine Leben und DU bist der Kapitän. Ein Kapitän bestimmt die Route des Schiffes – nicht die Matrosen.

Vergiss bitte auch nie den Grundsatz „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“ Oder mit anderen Worten: ungefragter Rat tut selten gut und ist die überflüssigste Kommunikationsform auf dieser Welt.

Wie gehst Du mit ungefragtem Rat um? Schreib es mir bitte in den Kommentaren. Ein wichtiges Tool für den richtigen Umgang mit der Meinung Anderer bespricht dieser Beitrag:

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