Grenzüberschreiter 1: Edward Snowden

Du hast es bestimmt auch oft schon selbst erlebt: wenn Du andere Menschen ansiehst, kannst du viel von Ihnen lernen. Deshalb lernst Du immer auch sehr viel für Dein eigenes Leben, wenn Du Biografien von anderen Menschen liest. Der Grenzüberschreiter Edward Snowden ist ein gutes Beispiel hierfür.

Ich werde auf Grenzenlos Leben immer wieder Biografien von interessanten Menschen besprechen. Biografien, die mich angeregt haben, von denen ich gelernt habe. Die mich inspiriert haben, die mich berührt haben. Biografien von Menschen, die die Welt verändert haben.

Für Edward Snowden’s Biografie gelten alle diese Punkte. Permanent Record ist kein literarisch interessantes Buch. Es ist an vielen Stellen langatmig und verliert sich manches Mal in unwesentlichen Details. Aber es zeigt in nahezu perfekter Weise, dass Edward Snowden grenzenlos leben will und wollte. Und es zeigt wie er den dafür erforderlichen FEEL-Prozess geradezu idealtypisch durchlaufen hat.

Snowden fand – schnell für sein Alter – die Grenzen, die ihn störten und die er falsch fand (das Find von FEEL). Er sah und erfuhr die Grenzen, die von ihm mit durchgeführte Massenüberwachung errichtete. Er erlebte den tagtäglichen lebens- und bewusstseinsverändernden Einfluss dieser Grenzen auf seinen Alltag, seine Beziehungen, sein Privatleben und – last, but not least – sein Denken (das Experience von FEEL). Snowden schildert eindrucksvoll, wie er die Wirkung dieser Grenzen auf ihn basierend auf diesen Erfahrungen  löschte und überwand. Ganz allein auf sich gestellt, in permanenter Auseinandersetzung mit seinen Werten und seinem Gewissen (das Erase von FEEL). Und er gibt – leider nur ein wenig – Einblick, wie er diese Grenzen hinter sich lassen konnte und kann. Dies vermutlich deshalb, weil seine Handlungen heute noch negative Konsequenzen für sein Leben verursachen (das Leave von FEEL).

Das Buch schildert eindrücklich wie wichtig es ist, seine Grenzen zu finden und zu verstehen. Ohne dies sind alle folgenden Schritte im FEEL Circle of Challenges nicht möglich. Snowden vermittelt dem Leser, dass nur die die tägliche bewusste UND unbewusste Erfahrung der Auswirkung dieser Grenzen es ihm möglich wurde, sich diesen Grenzen zu stellen und den nächsten Schritt zu gehen. Durch die Erkenntnis der ihn störenden Grenzen und das ständige Erfahren derselben gelangte er zum nächsten Schritt. Es entstand in ihm die Bereitschaft, die Grenzen nicht mehr zu akzeptieren und zu löschen und dadurch bewusst zu überschreiten.

Diese Überschreitung, die Entscheidung Whistleblower zu werden, hat ihn dazu gebracht, Ängste und Sorgen allein auf sich gestellt zu überwinden. Er hat sich durch diesen Prozess von ihnen befreit und für sich selbst eine neue Dimension der Erkenntnis geschaffen. Bewusst oder unbewusst erfolgte dies aber nicht nur für ihn selbst, sondern für die gesamte Welt.

Auch wenn der Grenzüberschreiter Edward Snowden derzeit Russland nicht verlassen kann, ist er freier als Millionen andere Menschen, die Reisefreiheit als ihre größte Freiheit betrachten. Edward Snowden hat sein Gewissen befreit, indem er ihm gefolgt ist, egal ob er dafür gelobt oder verurteilt wurde und wird.

Um Missverständnisse zu vermeiden, hier geht es nicht darum, ob Snowden gut oder böse ist. Hier geht es darum, ein Beispiel für ein erfolgreiches grenzenloses Leben darzustellen. Wer das Buch liest versteht, dass Snowden seinen Geist befreit hat – auch wenn er derzeit keine Reisefreiheit mehr geniesst. Ich glaube aber, dass für ihn die Tatsache mit sich selbst im Reinen zu sein viel schwerer wiegt als in Russland aufgehalten zu sein.

Ein lesenswertes Buch! Schreibe mir Deine Meinung doch einmal in den Kommentaren.

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