Wie finde ich meine Grenzen?

Stelle Dir bitte eine einfache Frage. Wie kannst Du etwas erreichen, kennenlernen und am Ende überschreiten, hinter Dir lassen und vergessen, wenn Du es nicht kennst? Ich glaube, Dir ist die Antwort klar – es geht nicht. Grenzen finden erfordert diese zu kennen.

Du sagst mir jetzt: „Was soll das? Ich habe keine Grenzen. Ich bin glücklich.“ Prima! Glückwunsch! Ich würde Dich beneiden, wenn ich Dir glauben würde. Aber so sage ich Dir nur, dass Du hier vermutlich falsch bist. Du willst (derzeit) Deine Grenzen nicht suchen und erleben und dann ist das zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung für Dich. Lebe weiter so und warte ab, ob Du irgendwann einmal bereit sein wirst, Deine Grenzen zu erfahren. Manche Menschen möchten das nie und das ist deren freie Entscheidung und deren gutes Recht. Doch wenn sie glauben, dass sie frei sind, dieses zu glauben, sage ich ihnen: Ihr seid frei dies zu glauben im Sinne von „glauben dürfen“, ihr seid aber nicht frei im Sinne von geistiger Freiheit, wenn ihr noch nicht einmal eure Grenzen erkennt.

Du möchtest jetzt aber Deine Grenzen finden. Prima.

Das erste und wichtigste, dessen Du Dir bewusst werden solltest, ist, dass Du ohne Grenzen auf die Welt kamst. Am Tag 0 Minute 1 wusstest Du nichts von Grenzen, Du warst ein weisses Blatt, das darauf wartete, beschrieben zu werden. Allerdings hast Du am Anfang nicht selbst den Stift ergriffen um dieses Blatt zu beschreiben und vielleicht tust Du es bis heute noch nicht.

Im Laufe Deines Lebens haben viele Dein Blatt beschrieben. Zuerst Deine Eltern, indem sie Dir – nach ihrem besten Wissen und Gewissen in den meisten Fällen – Deine ersten Grenzen beschrieben und aufzeigten. Gut und Böse, Erlaubt und Verboten wurden für Dich so zum ersten Mal definiert.  Und viele weitere Menschen ergriffen Dein Blatt – Lehrer, Freunde, Mitschüler, Kollegen, Dein Partner, Politiker, Journalisten u.v.m.

All dies hat Dein Bewusstsein geprägt und Dir vermittelt wer Du bist, was man macht, was man lässt und wie man sich wo immer auch verhält. Viel stärker als Dein Bewusstsein haben die Einträge auf Deinem Blatt des Lebens aber Dein Unterbewusstsein beeinflusst, denn Du bist was Du denkst.

Als Du 2 Jahre alt wurdest hast Du vermutlich schon bis zu 30.000 Mal „Nein“ gehört. Jedes „Nein“ hat Deinen Handlungsspielraum ein kleines bisschen mehr eingeschränkt und jedes „Nein“ hat Dir eine neue Grenze gesetzt. Im Laufe Deines Lebens hast Du diese Grenzen verinnerlicht und unbewusst zum Teil Deines Wesenskernes gemacht.

Der Mensch ist zum Überleben auf Routinen angewiesen und das ist gut so. Stelle Dir einmal vor Du würdest den ganzen Tag über Deine Grenzen und Beschränkungen nachdenken. Das wäre ziemlich aufwendig und würde Dich davon abhalten die Dinge zu verrichten, die Deinen Alltag, Deinen Job, Dein Leben ausmachen. Das ist auch gut so, da es den Menschen stabilisiert und politisch soziologisch für die Gesellschaft notwendig ist – was würde noch funktionieren, wenn alle Menschen gleichzeitig nur noch über ihre Grenzen nachdenken würden?

Deine Grenzen sind aber nicht nur nützlich, denn Sie beschränken Dich zugleich. Bist Du rundum glücklich oder denkst Du manchmal darüber nach noch glücklicher zu werden oder das wahre Glück zu finden? Liebst Du die Menschen, die Dir nahestehen wirklich oder hast Du Dich mit dem Status quo arrangiert? Füllt Dein Beruf Dich aus oder hast Du einen Job, den Du „machen musst“? Sagst Du immer, was Du denkst oder bremsen Dich Rücksicht und Konventionen Dein Denken zu artikulieren? Ich weiss, Du weisst jetzt welche Fragen für Dich relevant sind und gelten.

Viele Menschen haben sich mit ihrem Status quo arrangiert, sie glauben sogar, dass sie keine Grenzen haben und die wenigen Grenzen, die sie sehen halten sie für unüberwindbar, angemessen und richtig (was eine Rationalisierung sein kann). Wer sich so in der Welt eingerichtet hat, wird niemals grenzenlos leben.

Ein einfaches Beispiel. Stell Dir einmal vor, Dein Lieblingskünstler kommt in Deine Nähe. Du hast immer davon geträumt ihn oder sie live zu sehen, Du hast hiervon aber nicht rechtzeitig erfahren. Du erfährst eine Woche vor dem Auftritt davon und stellst fest, dass die Veranstaltung ausverkauft ist.

Viele Menschen sagen an dieser Stelle „Schade“ und schreiben ihren Traum ab, vertagen den Besuch auf „nächstes Mal“ – ohne zu wissen, ob es ein nächstes Mal gibt. Diesen Menschen ist nicht bewusst, dass die fehlende Eintrittskarte eine Grenze ist, die sie unbewusst akzeptieren.

Menschen, die die Grenze „Eintrittskarte“ erkennen, finden dann Lösungen, sich eine Karte zu besorgen – koste es was es wolle. Diese Menschen gehen dann auch auf die Veranstaltung, weil sie die Grenze erkannt haben und dadurch einen Weg fanden, diese auch zu überwinden.

Du sagst jetzt vielleicht: „Das ist doch keine Grenze. Das ist manchmal halt so im Leben.“ Stimmt. Du bist dann jemand, der oder die Grenzen akzeptiert – selbst einfach zu überwindende. Du antwortest mir hierauf vielleicht: „So wichtig ist die Veranstaltung dann auch wieder nicht!“ Genau. Du rationalisierst. Du erklärst Dir und Deinem Unterbewusstsein, dass Dein sehnlichster Wunsch nicht wirklich wichtig ist. Dein Unterbewusstsein kapiert es sehr viel schneller als Du: Nichts in Deinem Leben ist so wichtig, dass Du bereit bist Grenzen zu überschreiten. Dein Unterbewusstsein entscheidet für Dich: wir bleiben in unseren Limits, wir entdecken die Welt nicht.

Doch wie erkennst Du wirklich Deine Grenzen? Überprüfe alle Deine Überzeugungen und Glaubenssätze, die auf „Nein“, „Niemals“, „Nicht“, „Noch nie“, „Nirgendwo“, „Niemand“, „Keiner“ usw. basieren.

„Das macht man nicht!“ Wenn Du es glaubst, hast Du eine Grenze gefunden.

„Darf ich dies oder jenes machen? Nein!“ Und wieder stehst Du vor einer Grenze.

„Das schaffst Du niemals!“ Die nächste Grenze, die Du entdeckt hast.

„Das haben wir noch nie so gemacht!“ Also ist Dein Weg nicht erlaubt.

„Das gibt es nirgendwo!“ Doch, wenn Du daran glaubst, kann es möglich sein oder werden.

„Niemand kann das Problem lösen!“ Du kannst jeden Tag beschließen „Niemand“ zu sein.

„Keiner hat das Recht hierzu!“ Reden wir über ein Gesetz oder einen Glaubenssatz? Bei einem Glaubenssatz hat JEDER das Recht dazu.

Diese Liste kannst Du für Dich beliebig verlängern und Du wirst feststellen, dass Dein Leben von vielen Grenzen definiert ist. Die allermeisten davon hast Du selbst definiert. Und deswegen kannst auch nur Du sie finden. Denn Du musst sie finden um Deinen Weg zu grenzenlosem Leben zu gehen. Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei.

Was sind Deine Grenzen? Schreibe es mir bitte in den Kommentaren.

Wenn Du Deine Grenzen gefunden hast, hilft Dir oft die Collagentechnik für Deine Ziele:

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