Was ist Glück?

„Was für eine Frage?“ denkst Du jetzt vielleicht und sagst Dir, dass die Antwort doch ganz einfach ist. „Glück ist, wenn ich glücklich bin!“ bist Du Dir gewiss. Doch ist das wirklich so? Wann bist Du glücklich? Hast Du schon einmal darüber nachgedacht und bist Dir wirklich darüber klar geworden, was Glück für Dich ist? Toll, wenn Deine Antwort „Ja“ lautet und es auch wirklich so ist. Ich habe aber in meinem Leben gelernt, dass viele Menschen mit „Ja“ antworten und trotzdem immer noch – oft ständig – auf der Suche sind.

Ich stelle mir diese Frage seit vielen Jahren immer wieder neu und habe viele Antworten bis zu meiner heutigen Antwort benötigt. Denn diese Antwort fällt den meisten Menschen nicht sofort ein. Auch die unzähligen Artikel im Internet, die Glücksforschung und die Psychologie geben Dir nicht die Lösung. Da wird über den Unterschied von Glück und Zufriedenheit philosophiert und eine metaphysische Frage wird verwissenschaftlicht. Doch die Lösung ist im Kern viel einfacher.

Ich will Dir an dieser Stelle nicht alle meine Irrwege erzählen, dann wird dieser Beitrag viel zu lang. Aber einige möchte ich mit Dir teilen.

Als ich 10 Jahre alt war, erhielt ich zum Geburtstag mein erstes Fahrrad. Das war das perfekte Glück. Ich war so glücklich, dass ich das Fahrrad am liebsten mit ins Bett genommen hätte. Doch viel schneller als mir lieb war, war das Fahrrad einfach nur mein Fahrrad, ein tolles Transportmittel, das mir Freiheit gab. Toll, aber nach kurzer Zeit war das Glücksgefühl weg, der Alltag wieder da. Ähnlich ging es mir immer mit allen Geschenken, die Faszination lässt oft schnell nach. Das erste Motorrad, das erste Auto, das erste Haus – alles toll. Für eine begrenzte Zeit.

Als ich etwas älter war, sehnte ich das Ende der Schulzeit herbei und dachte, dass danach das wirkliche Leben anfängt und ich dann total glücklich bin. Ja, es war toll nicht mehr zur Schule zu gehen, aber recht schnell wurde mir klar, dass Glück noch etwas anderes sein muss.

Ähnliches dachte ich in meinen ersten Beziehungen, meiner ersten Ehe. Und ich war auch immer für einige Zeit glücklich, bevor der Mehltau der Gewohnheit das Glück überwucherte. Beziehungen können glücklich machen, aber auch unglücklich. Beziehung = Glück ist eine Gleichung mit vielen Unbekannten, die oft nicht aufgeht.

Ich war glücklich, als meine Kinder auf die Welt kamen und bin es noch heute, dass es sie gibt. Und ich war und bin glücklich durch meine zweite Ehe noch zwei tolle Kinder dazu bekommen zu haben. Kinder sind schon dichter an Glück als vieles andere. Wer aber seine Glücksgefühle über die Kinder definiert, läuft große Gefahr nie wirklich glücklich zu sein oder zu werden.

Lange dachte ich auch, dass mich beruflicher Erfolg glücklich macht. Aber im Laufe der Zeit merkte ich, dass Erfolg eine schleichende Droge ist, man braucht im Laufe der Zeit immer mehr, um glücklich und zufrieden zu sein.

Ich habe immer intensiv gelebt und erlebt und habe immer das umgesetzt, was mir in den Kopf kam, ohne viel zu überlegen, meistens aus dem Bauch heraus. Ich wollte aus Deutschland raus, ich wollte nach Amerika, ich spielte um die Greencard und gewann sie. Das war mein größtes Glück, als ich es erfuhr und ich freue mich noch heute darüber, aber es war nicht das ultimative Glücksgefühl.

Denn der Gewinn der Greencard löste den nächsten Wunsch aus – ich wollte Amerikaner werden. Auch das wurde ich schneller als die meisten anderen vor mir und ich war glückselig am Tag der Einbürgerungszeremonie und bin es noch heute. Doch dieser Tag und die darauf folgende Zeit löste noch etwas anderes in mir aus: ich verstand, was wahres Glück ist!

Es gibt gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich-sein ist der Weg. Buddha

Das habe ich am Tag meiner Einbürgerung und in den Wochen danach verstanden. Glücksgefühle kommen nicht zu mir oder zu Dir von irgendwo. Glück wartet nirgends auf mich oder Dich. Unser Glück liegt nicht in den anderen Menschen um mich oder Dich. Glücksgefühle kann man nicht kaufen. Glück sind nicht die Dinge, die ich oder Du tust oder läßt. Unser Glück liegt nicht in Lebensumständen. Glück ist keine Hoffnung. Glück ist kein Recht. Last, but not least: Glück ist nicht selbstverständlich.

Die Gabe Glück ist viel einfacher und doch schwerer!

Glück ist eine Entscheidung. Unser Glück ist eine Haltung. Glück ist eine Einstellung.

Ich habe für mich beschlossen, das Glück, das ich am Tag meiner Einbürgerung empfand und erlebte nie wieder loszulassen. Ich habe beschlossen immer glücklich zu sein und den Weg des Glücks nie wieder zu verlassen.

Glück ist in mir, ich bin Glück!

Das ist eine Lebensphilosophie, die Dir jeden Tag verschönt. Die Dir das Leben leichter macht und Deine Erwartungen an das Leben senkt. Die Freude an den kleinen Dingen kann oft viel größer sein als an den großen Dingen, nein, wenn Du glücklich bist ist sie eigentlich immer viel größer.

Glücklich sein macht Dich zutiefst dankbar. Glück ohne Dankbarkeit ist meist nicht von Dauer, Dankbarkeit hingegen bringt auf Dauer irgendwann Dein Glück. Kompliziert? Macht nichts, über Dankbarkeit werde ich ein anderes Mal hier schreiben.

Hast Du diese Entscheidung auch schon getroffen? Oder bist Du bereit diese Entscheidung zuzulassen und zu treffen? Schreibe es mir bitte in den Kommentaren.

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