Essen wie die Neandertaler

Im Beitrag Essen – in gesunden Grenzen hatte ich versprochen ein Buch zum Thema zu besprechen. Doch was soll uns die Überschrift sagen?

Die Menschheitsgeschichte reicht circa 2 Millionen Jahre zurück und die weit überwiegende Zeit davon hat sich der Mensch ziemlich gleich ernährt. Ein Wechsel in den Ernährungsgewohnheiten ist erst in den letzten 5-10.000 Jahren erfolgt, wobei dieser Wechsel auch in dieser Zeit eher nur graduell war. Eine massive Veränderung der Ernährungsgewohnheiten erfolgte erst in den letzten 70 Jahren.

Weit über 99% der Zeit der Menschheitsgeschichte hat sich der Mensch weitestgehend gleich oder ähnlich ernährt, er war in dieser Zeit Jäger und Sammler. Er wäre in dieser Zeit niemals auf die Idee gekommen sein Leben als Vegetarier, Veganer, Frutarier oder was es sonst noch so alles gibt zu bestreiten. Hätte er dies versucht, würde ich diesen Artikel nicht schreiben und Du ihn nicht lesen, denn es gäbe die Menschheit vermutlich nicht mehr.

Der menschliche Körper hat sich in den 2 Millionen Jahren der Entwicklung an die vorhandene Ernährung nahezu perfekt angepasst. Jäger und Sammler bedeutete, dass der Mensch Tiere erlegte und aß und dass er Pflanzen, Wurzeln und Früchte sammelte, die ihm zugänglich waren. Der menschliche Körper passte sich über die Jahrmillionen an diese Ernährung an, deren Nährstoffe primär Eiweiß, Fette und Ballaststoffe waren und sind.

Der Mensch aß rund zwei Millionen Jahre lang wenig oder keine Kohlehydrate und hat sich mit diesem Konzept ganz prächtig entwickelt. Erst in den letzten 2000 Jahren fanden Kohlehydrate zunehmend in die menschliche Ernährung, was in den Zeiten, wo die Mehrheit der Menschen noch hart körperlich arbeitete vom menschlichen Körper noch ohne Schäden verarbeitet werden konnte.

In den letzten 50 Jahren ist dann eine doppelt negative Entwicklung eingetreten. Zum einen bewegt sich der Mensch immer weniger durch das Auto und durch Maschinen, die die Arbeit erleichtern, zum anderen haben Wirtschaft und Politik das Essen gezielt entwertet. Essen muss billig sein – das war eine Vorgabe von Richard Nixon für seinen Wahlkampf in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Die wenigsten Menschen wissen, dass Kohlenhydrate – im Gegensatz zu Proteinen und Fettsäuren – kein essentieller Nahrungsbestandteil sind. Auf Deutsch: der Mensch kann hervorragend ohne Kohlenhydrate leben und ist historisch gar nicht richtig auf deren Verstoffwechselung vorbereitet.

Nichtsdestotrotz werden die Menschen tagaus, tagein völlig falsch informiert:

Kohlenhydrate sind lebensnotwendig, da der Körper sie für seinen Stoffwechsel braucht – insbesondere zur Energiegewinnung. Lebensmittelverband

Kohlenhydrate – unser wichtigster Energielieferant. eatsmarter.de

Kohlenhydrate sind für den menschlichen Körper als Energielieferant unverzichtbar. paradisi.de

Dies sind nur 3 wahllose Zitate von tausenden Falschinformationen, die die Menschen nur zu einem anleiten sollen: Kohlenhydrate zu essen. Zu den o.a. Falschinformationen:

  • Kohlenhydrate sind NICHT lebensnotwendig, da sie kein essentieller Nahrungsbestandteil sind.
  • Kohlenhydrate sind nicht der wichtigste Energielieferant für den Menschen, Proteine und Fette haben eine wesentlich bessere Energiedichte.
  • Kohlenhydrate sind für den menschlichen Körper komplett verzichtbar, dem Körper fehlt nichts, wenn er keine Kohlenhydrate erhält.

Das einzige, was der Mensch braucht, sind 47 essentielle Substanzen. Wenn er eine davon nicht hat, ist er tot. Ganz einfach! Das sind 10 Aminosäuren, 2 Fettsäuren, 22 Mineralien und Spurenelemente und 13 Vitamine. Aber 0 Kohlenhydrate! Das soll an dieser Stelle ausreichen, mehr dazu in einem zukünftigen Beitrag.

Warum aber nun diese Dauerbeschallung mit Falschinformationen?

Weil es nicht genug gesunde und für den Menschen geeignete Nahrungsmittel auf der Welt gibt. Um 7,6 Milliarden Menschen zu ernähren, braucht man ganz einfach Kohlenhydrate, es gibt nicht genug Protein und Fette. Das ist die einfache Wahrheit hinter den Kohlenhydraten.

Robert Lustig hat vor 8 Jahren in seinem Beitrag „The toxic truth about sugar“ einleuchtend erklärt, wie gefährlich Kohlenhydrate für den menschlichen Körper sind, man muss es nur lesen! Und wenn man es gelesen und verstanden hat, ist der Schritt diesen Müll aus seiner Nahrung zu entfernen weder schwer noch groß.

Glücklicherweise gibt es eine Alternative, die mit vielen Namen benannt wird: Steinzeit-Ernährung, Paleo-Ernährung, Keto-Ernährung, No-Carb-Ernährung oder auch Low-Carb-Ernährung. Alle diese Ernährungsformen basieren auf einem gemeinsamen Nenner: wenig bis keine Kohlenhydrate, dafür aber viel Protein und Fette zu essen.

Es gibt bei diesen Ernährungsformen nur eine Gemeinsamkeit. Ziel ist es, den Körper in die Ketose zu bringen. Hierbei lösen die Ketonkörper im Blut die Glucose als primäre Energiequelle ab. Ketonkörper stellen für den Körper eine hochwertigere und sauberere Energieversorgung als eine Versorgung mit Glucose dar. Es ist beispielsweise bewiesen, dass sich das Gehirn von Dementen und Alzheimer-Patienten durch Keton-Versorgung wieder regenerieren kann! Ein positiver Effekt von ketonischer Ernährung ist, dass man sehr viel fitter und energetischer ist und dabei auch noch abnimmt bzw. das Gewicht leicht hält.

Ich ernähre mich seit vielen Jahren ketonisch und bin damit sehr zufrieden. Wenn man sich aus Überzeugung ketonisch ernährt, fällt einem eine solche Ernährung automatisch nicht schwer. Aber auch für diejenigen, die es einfach einmal als Diät versuchen, sind oft begeistert – ketonisches Essen schmeckt einfach gut und vielfach besser als Essen mit Kohlenhydraten.

Im Dezember wollte ich mehr über die ketonische Ernährung lernen und stieß dabei auf ein wunderbares Buch. Der Keto-Kompass von Ulrike Sonder, Julia Tulipan, Marina Lommel und Brigitte Karner ist ein wunderbares Buch. Kein Diätbuch und auch kein verkniffenes Gurubuch verbiesterter Keto-Krieger. Stattdessen ist es ein echtes Fachbuch zum Thema, das auch von Laien verstanden werden kann. Das schöne an diesem Buch ist, dass man es sehr leicht selektiv lesen kann. Wem die chemischen und biochemischen Grundlagen zu kompliziert sind, der läßt diese einfach aus und liest dort weiter, wo es für ihn oder sie wieder interessant wird. Dem Verständnis tut dies keinen Abbruch.

Die Autoren stellen ihr Ziel wie folgt vor:

Es ist kein weiteres Buch über eine ketogene Diät, sondern schaut über den Tellerrand hinaus, indem es erklärt, warum und wann Ketone wichtig, hilfreich und nützlich sind, wie oft und wie lange eine Ketose sinnvoll ist. Dass dies alles unkompliziert umsetzbar ist und auch sehr gut schmeckt, zeigen die appetitlichen Rezepte in Teil 4.

Unser Ziel ist es, mit diesem Buch zur fachlichen Information und zur sachlichen Diskussion über Ketone, Ketose und die ketogene Ernährung beizutragen. Denn wir sind überzeugt, dass sie es mehr als verdient haben und dass hier noch manch positive Überraschung auf uns wartet.

Das Buch ist lesenswert, auch für die, die heute noch glauben, dass diese Ernährungsform nicht für sie passt. Rs besteht dann allerdings die Gefahr es ausprobieren zu wollen – denn: Lesen bildet!

Was meinst du zu dieser Ernährungsform? Schreibe es mir doch bitte in die Kommentare!

Und da wir gerade beim Thema Lesen sind – lies doch einfach hier weiter:

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